Stecken bleiben

Ich glaube jeder kennt diese Situation, man hat sich für den Tag eine Aufgabe oder ein festes Ziel genommen, bleibt aber stecken und schiebt es stattdessen vor sich her. Anstatt die Arbeit zu erledigen verschwendet man die Zeit mit Google, Twitter, Flashgames, oder für euch Exhibitionisten mit Facebook.
Nun könnte man das als einfache Faulheit abtun und in so manchen Fällen trifft das wohl auch zu. Aber grade bei Entwicklern habe ich in Gesprächen mit Kollegen festegestellt, dass bei uns die Ursache oft ganz woanders liegt als bei bloser Faulheit.

Nun gibt es verschiedene Arten in denen man stecken bleiben könnte. Zum Beispiel weil man Verständnis Schwierigkeiten hat und die Aufgabenstellung erst garnicht versteht. Es könnte aber auch an einer externen Library die nicht richtig funktioniert liegen, dass wir in unserem Projekt nicht weiterkommen. Es gibt unendlich viele Faktoren wieso man in seiner Arbeiten stecken bleiben könnte.

Wenn ich an einem programmier Projekt arbeite versuche ich immer modular zu entwickeln und das Projekt möglichst gut zu unterteilen. Modular zu arbeiten ist, wie jedem klar sein sollte, besser als irgendwie alles aufeinmal zu machen und hoffen, dass es am Ende zusammen passt.
Trotz meinem modularen Ansatz muss ich zu einem gewissen Grad natürlich an das gesamte System denken und wie die Module am Ende ineinander greifen werden.
Genau hier beginnt der Teufelskreis.

Halb unbewusst fangen meine Gedanken an von der eigentlichen Aufgabe abzuschweifen. So tauchen immer mehr Fragen auf: “Wie gestalte ich das Modul am besten? Gibt es ein passendes Design Pattern für diesen Zweck und wenn ja welches wäre am besten geeignet? Welcher Algorithmus ist besser um Problem xy zu lösen? In was für einer Datenstruktur speichere ich die Daten am besten? Und überhaupt, was wenn…..”
So überschlagen sich die Gedanken und man bleibt in einer der schlimmsten Arten stecken.

Man bleibt nämlich stecken, weil man Angst davor hat stecken zu bleiben.

All diese unbewussten Fragen führen dazu, dass die eigentlich klare Aufgabe immer größer und komplexer scheint. Anstatt loszulegen und Sachen im Zweifelsfall einfach auszuprobieren quält man sich mit Fragen “was wenn” und verliert die Motivation mit der Arbeit anzufangen. Bevor man sich versieht ist man auf youtube oder twitter und verschwendet seine Zeit.

Was kann man nun dagegen machen? Tja, das ist eine gute Frage.
Ich glaube es ist wichtig erst einmal den Grund zu erkennen wieso man überhaupt stecken geblieben ist. Wenn es daran liegt, dass man Angst hat während des programmierens irgendwann stecken zu bleiben, dann muss man sich “einfach” dazu zwingen trotzdem anzufangen.
Es muss einem klar sein, dass etwas auszuprobieren besser ist als sich den Kopf zu zerbrechen und doch zu keinem Ergebnis zu kommen.
Selbst wenn man zuerst einen falschen Ansatz nachgeht und ihn später wieder ändert. Dann ist man um Erfahrung reicher und auf dem richtigen Weg anstatt nur zu grübeln und am Ende überhaupt nichts zu machen.

Versteht mich nicht falsch, es ist gut wenn man seine Programme plant und durchdenkt und ich will auch niemanden davon abraten. Aber wenn es dazu führt, dass man nicht mehr weiterkommt, dann ist es besser die Gedanken beiseite zu schieben und einfach anzufangen zu arbeiten.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg bei euren Projekten und bis zum nächsten mal.

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